Interview mit WOOVIN Store Frontstreet

Heute sprechen wir mit Jeffrey, der treibenden Kraft hinter Frontstreet. Seine Leidenschaft für Sneaker und sein Blick auf aktuelle Trends bilden die Grundlage dieses Gesprächs. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf Frontstreet und den Sneakermarkt aus der Perspektive des Gründers.
1. Kannst du dich kurz vorstellen und erzählen, wie du zur Sneakerwelt gekommen bist?
Hallo Sneakerheads, ich bin Jeffrey Suijkerbuijk, werde dieses Jahr hoffentlich 55 und bin seit einem Großteil meines Lebens leidenschaftlicher Sneakerfan. Diese Leidenschaft entwickelte sich erst um mein 25. Lebensjahr. Damals bestand meine Sammlung hauptsächlich aus AM90s und AM1s — perfekt für meinen Lebensstil und die vielen House- und Techno-Partys, oft illegal in Tunneln und verlassenen Gebäuden in den Benelux-Ländern und Großbritannien. Ohne diese Nike-Modelle war man kein „echter Partygänger“.
2. Wann hast du beschlossen, Sneaker zum Beruf zu machen?
Der Wendepunkt kam relativ spät. Unternehmergeist hatte ich schon früh. Ende der 90er hatte ich einen amerikanischen Freund, der in Deutschland stationiert war. Auf US-Basen gab es komplette Shoppingcenter inklusive Nike Stores. Er brachte mir ein Paar mit, das in Europa nicht erhältlich war.

3. Wie hast du dein erstes Paar verkauft?
Ich verkaufte genau dieses Paar. Ein Kollege im Logistikzentrum fand sie gut, probierte sie an und kaufte sie sofort. 50 Gulden Gewinn — und ich ging in Socken nach Hause. Ich lernte: Alles ist handelbar, wenn jemand es haben will.
4. Größte Herausforderungen beim Store-Start?
2019 entstand die Idee. Ich arbeitete als selbstständiger Logistics & Project Manager, reiste viel und arbeitete lange. Dann kam Corona. Leerstand und Verhandlungsspielraum entstanden. Ich erhielt sechs Monate mietfrei und eröffnete am 4. April 2021 in der Voorstraat 5, Utrecht.

5. Abgrenzung vom Wettbewerb?
Während Corona explodierte der Resellmarkt. Knappheit machte selbst einfache Modelle wertvoll. Unser Vorteil: US-Store-Look, faire Preise und sofortige Verfügbarkeit. Anprobieren, fühlen, mitnehmen.
6. Zielgruppe?
Früher 16–25. Heute deutlich breiter: 25–76 Jahre. Besonders viele Stammkunden über 40, plus Touristen.

7. Entwicklung des Resellmarktes?
Mehr Angebot, weniger Reseller, geringere Margen. Ich kaufe heute primär bei großen europäischen Lieferanten — oft unter Retail. Seit November ’24 verkaufen wir Adidas-Modelle ab 95 €. Nachfrage ist enorm.
8. Größte Herausforderung heute?
Kunden immer wieder überraschen. Kein Consignment — alles eigener Bestand. Wachstum Richtung Retail mit exklusivem Segment. Online-Anbindung an Plattformen wie WOOVIN. Die Reise geht weiter.
(L) Eingang Lange Elisabethstraat 27 Utrecht & (R) Jordan 4 Red Cement verfügbar
Interview – Jeffrey Suijkerbuijk
Content Writer – Tom Perry